Gast schreibt:
Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Pressemitteilung
16.07.2010
Ärztevereinigung kritisiert Tierversuche an der Uni Erlangen:
„Qualvoll und wissenschaftlich unsinnig“
Nicht
einmal Erlanger Bürger wissen, dass mitten in der Innenstadt von
Erlangen Tausende von Tierversuchen stattfinden: Im
Franz-Penzoldt-Zentrum (FPZ), dem Tierversuchszentrum der Universität
Erlangen in der Palmsanlage 5, werden jährlich Zigtausende Tiere
getötet. Die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche bezeichnet die Experimente als „qualvoll und wissenschaftlich unsinnig“.
So
wird Mäusen der Ischiasnerv abgebunden, um chronische Schmerzen
hervorzurufen. Minischweinen werden die Kieferknochen abgeschabt, um
einen Knochendefekt zu simulieren. Bei Ratten wird durch Einfädeln
eines Fadens in eine Gehirnarterie ein Schlaganfall ausgelöst. Bei
anderen Ratten wird durch 12-wöchige Gabe einer giftigen Chemikalie
eine Leberfibrose hervorgerufen.
Dr.
med. vet. Corina Gericke, wissenschaftliche Mitarbeiterin von Ärzten
gegen Tierversuche, hält diese Manipulationen für ethisch nicht zu
rechtfertigen und wissenschaftlich sinnlos. „Die künstlich geschädigten
Tiere haben nichts mit der komplexen Situation beim menschlichen
Patienten zu tun.“ So sind die Ursachen von Schlaganfall beim Menschen
dank Bevölkerungsstudien bekannt: Übergewicht, fett- und fleischreiche
Ernährung, Rauchen und Bewegungsmangel. Leberfibrose wird durch Viren
oder übermäßigen Alkoholkonsum hervorgerufen.
„Bei
der künstlichen Leberfibrose zum Beispiel sind nicht nur die Symptome,
sondern auch der Behandlungsversuch bar jeder Realität“, so die
Tierärztin. Den Ratten wird zehn Wochen lang zweimal täglich eine
Injektion in die Bauchhöhle verabreicht. „Stress und Angst verfälschen
die Versuchsergebnisse von vornherein“, erläutert Gericke.
Laut
Ärzte gegen Tierversuche sind die vielen, wegen schwerer, oft tödlicher
Nebenwirkungen vom Markt genommenen Medikamente ein Beweis dafür, dass
Tierversuche weder eine Sicherheit bieten, noch geeignet sind, die
Krankheiten des Menschen zu erforschen und zu heilen.
Der
Ärzteverband fordert im Interesse von Mensch und Tier eine moderne
Medizin und Wissenschaft ganz ohne Tierversuche. „Forschung mit
menschlichen Zellkulturen und klinische Studien liefern im Gegensatz
zum Tierversuch für den Menschen relevante Aussagen“, ist die
Tierärztin sicher.
In
dem aktuellen Faltblatt der Ärzte gegen Tierversuche werden die
Experimente, die an der Universität Erlangen durchgeführt werden,
beschrieben und kritisch beleuchtet. Der Verein hat außerdem eine
Internetseite mit Informationen zu Tierversuchen in Erlangen und den
Aktivitäten dagegen eingerichtet: www.tierversuche-erlangen.de.
Weitere Informationen:
Faltblatt „Tierversuche im Brennpunkt: Erlangen“ als PDF
www.tierversuche-erlangen.de
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Ärzte gegen Tierversuche e.V., Landsbergerstr. 103, 80339 München, Tel: 089-3599349, Fax 089-35652127, info@aerzte-gegen-tierversuche.de, www.aerzte-gegen-tierversuche.de
Die
Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche e.V. besteht seit 1979 und ist ein
Zusammenschluss aus mehreren Hundert Ärzten, Tierärzten und
Naturwissenschaftlern, die Tierversuche aus ethischen und
wissenschaftlichen Gründen ablehnen. Der Verein engagiert sich für eine
moderne, humane Forschung und Wissenschaft ohne Tierversuche, die sich
am Menschen orientiert und bei der Ursachenforschung und Vorbeugung von
Krankheiten im Vordergrund stehen.