Gast schreibt: Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Pressemitteilung
06.07.2010
„Absurde Verschwendung von Tierleben und Steuergeldern“
Aus für Weltraumforschung an Tieren in Ulm
Aufatmen
beim Verein Ärzte gegen Tierversuche: Ein Tierexperimentator der
Universität Ulm geht in Ruhestand, seine Arbeitsgruppe, die sich 20
Jahre lang mit der Auswirkung der Schwerelosigkeit auf verschiedene
Tierarten beschäftigte, wird aufgelöst.
Eberhard
Horn, Tierexperimentator in der Abteilung Neurologie des
Universitätsklinikums Ulm scheidet zum 30. Juni 2010 endgültig aus der
Forschung aus. Seit 2007 hatte er aus dem Ruhestand heraus seine
Arbeitsgruppe Gravitationsphysiologie noch ehrenamtlich geleitet. Damit
gehen 20 Jahre Weltraumforschung an Tieren zu Ende.
Für
Dr. med. vet. Corina Gericke, wissenschaftliche Mitarbeiterin der
bundesweiten Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche ein Segen: „Diese
Tierversuche waren extrem qualvoll und dazu vollkommen nutzlos.“
Fische, Salamander, Krallenfrösche, Grillen und Skorpione wurden in
rotierenden Zentrifugen aufgezogen, um die Schwerkraft auf die
Entwicklung des Gleichgewichtsystems zu studieren. Manche Tiere wurden
mit Space-Shuttles ins Weltall geschossen.
Die Ärztevereinigung betreibt die Internetdatenbank www.datenbank-tierversuche.de,
in der zahlreiche Experimente des Ulmer Forschers dokumentiert sind. So
wurden durch ein Gift gelähmten, aber unbetäubten Kaulquappen
Elektroden in einen Nervenknoten gestochen. Auf einer Platte
unbeweglich fixierte, lebende Skorpione mussten monatelang mit in Auge,
Bein, Leib und Gehirn gestochenen Elektroden ausharren.
Der
Pressemitteilung der Ulmer Uni zu Horns Ausscheiden zufolge kam bei dem
„erfolgreichsten Vorhaben“ des Neurobiologen heraus, dass die
Entwicklung des Schweresinnorgans und des Schwanzes bei der Kaulquappe
des Afrikanischen Krallenfroschs eine „kritische Periode“ besitzt.
Dieser Befund ist das Ergebnis von fast 25 Jahren Forschung – von der
Einreichung des Experimentiervorschlags beim Deutschen Zentrum für
Luft- und Raumfahrt (DLR) im Jahr 1985 bis zur Auswertung im Jahr 2008.
„Auf
diese Bahn brechende Erkenntnis hat die Menschheit lange gewartet“,
kommentiert Tierärztin Gericke. „Wer glaubt, Tierversuche würden nur
zum Wohl des Menschen gemacht werden, irrt gewaltig“, so die
Tiermedizinerin weiter. „Bei einem Großteil der Experimente handelt es
sich um reine Neugierforschung, die nicht einmal entfernt etwas mit der
Humanmedizin zu tun hat.“ Diese laut Ärztevereinigung absurde und
völlig überflüssige Forschung sei zudem eine Verschwendung von
Steuergeldern. Auch Horns Projekte wurden aus öffentlichen Mitteln
finanziert.
Auf
eine Selbstbeschränkung der Tierexperimentatoren will Gericke nicht
hoffen. „Wenn wir nicht warten wollen, bis die Kaste der ewig gestrigen
Forscher pensioniert oder ausgestorben ist, hilft nur ein gesetzliches
Verbot von Tierversuchen“.
Weitere Informationen
Pressemitteilung der Uni Ulm, 20.06.2010 >>
„Skorpione im Weltall“, Datenbank-Tierversuche, 11.12.2006 >>
Dokumenten-IDs einiger in der Datenbank www.datenbank-tierversuche.de dokumentierten Publikationen von E. Horn: 3528, 3529, 3530, 3531
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Die
Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche e.V. besteht seit 1979 und ist ein
Zusammenschluss aus mehreren Hundert Ärzten, Tierärzten und
Naturwissenschaftlern, die Tierversuche aus ethischen und
wissenschaftlichen Gründen ablehnen. Der Verein engagiert sich für eine
moderne, humane Forschung und Wissenschaft ohne Tierversuche, die sich
am Menschen orientiert und bei der Ursachenforschung und Vorbeugung von
Krankheiten im Vordergrund stehen.