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Celle: Prozess gegen Tierbefreiungsaktivisten

Termindatum:Mittwoch, 23. Januar 2013Startzeit:09:00h
Enddatum:Mittwoch, 23. Januar 2013Ende:15:00h
Kategorie:Prozesse   Prozesse
Beschreibung:Hausfriedensbruch“ Prozess gegen Tierbefreiungsaktivisten in Celle

2. Prozesstag am  23.01.2013, 09.00 Uhr

Dem Tierbefreiungsaktivisten Karl-C. wird vorgeworfen am 23.05.2012 mit
anderen Aktivist_innen eine sogenannten Anhörung zum geplanten Neubau von
zwei Mastanlagen im Kreis Celle „gestört“ und nach Aufforderung den Saal
zu verlassen nicht folge geleistet zu haben.
Hier der Aktionsbericht:
http://criticalmast.blogsport.de/2012/05/24/wir-lassen-uns-unseren-protest-nicht-verbieten-proteste-bei-anhoerung-zu-zwei-neu-geplanten-mastanlagen-in-celle/#more-67

Gegen die Vorverurteilung durch einen Strafbefehl in Höhe von 10
Tagessätzen legte er Widerspruch ein, sodass darüber nun öffentlich
verhandelt wird.

Karl C. wird diesen Prozess offensiv und politisch führen und versuchen.
Ihr seit alle eingeladen euch an den Spektakel zu beteiligen.

Aktionen vor während und nach der Verhandlung sind gern gesehen.

Für eine Welt ohne Knäste, Tierausbeutung und strukturelle Diskriminierung.
Für ein herrschaftsfreies Leben für Alle!

Falls ihr Schlafplätze in Celle benötigt meldet euch doch unter:
criticalmast@riseup.net

Mehr Berichte zu u.a. Aktionen wehrend der „Criticalmast
Aktionsfahrradtour“ findet ihr unter criticalmast.blogsport.de

Weitere Informationen zu der Kampagne gegen Europas größte
„Geflügel“Schlachtfabrik findet ihr unter antiindustryfarm.blogsport.de



Der politische Hintergrund:
„50 Milliarden „Nutztiere“, plus ca. 140 Millionen Tonnen Fische und
andere Meerestiere (hier werden die einzelnen Individuen gar nicht
erst gezählt) werden jedes Jahr geschlachtet. Allein in Deutschland sind
es pro Jahr ca. 500 Millionen geschlachtete „Nutztiere“. Der größte Teil
landet in den Mägen der Menschen, welche die so genannte
„erste Welt“ bewohnen. Ein_e durchschnittliche_r Deutsche_r
„verbraucht“ im Laufe seines/ihres Lebens ca. 22 Schweine, 7 Rinder, 20
Schafe, 600 Hühner sowie etwas Wild für seinen/ihren Fleischgenuss. Dabei
stammen 98 % des Fleisches aus Massentierhaltung.“1

Diese Zahlen stehen für eine unfassbare Zuspitzung des Verhältnisses
zwischen Mensch und Tier. In denen Tiere zu Objekten gemacht werden, zu
ausbeutbaren Ressourcen, zu auf den Markt verwertbare Waren. Mastanlagen
stehen leider nur exemplarisch für viele andere Orte in unserer
Gesellschaft, in denen die Bedürfnisse von Tieren systematisch Missachtet
werden.

Auch Bedürfnisse vieler Menschen müssen den Interessen von Profit und
Verwertung weichen so werden Kleinbäuer_innen in Lateinamerika und Asien
vertrieben und Regenwälder gerodet um Soja für die Futtermittel anzubauen.
Millionen von Menschen müssen wegen der Folgen des Klimawandels fliehen.
Nach einer Studie der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der
Vereinten Nationen (FAO) trägt die Tierausbeutung für den Konsum von
Fleisch, Milch und Eiern mehr zu der Globalen Erwärmung bei, als der
gesamte Verkehrssektor. Nach Studien des Robert Koch Institutes starben im
Jahr 2009 ca. 40.000 Menschen in Deutschland an den Folgen der Verbreitung
von antibiotikaresistenten Keimen. In Tierfabriken müssen Tausende von
Tieren auf engsten Raum unter Katastrophalen Hygienischen Bedingungen
leben. Diese Umstände führen zu einer Massenhaften Verbreitung von
Krankheiten die in der Regel mit Antibiotika bekämpft werden. Die Keime
entwickeln Resistenzen dagegen und verbreiten sich u.a. durch die Luft
auch auf Menschen.

All diese Phänomene stehen nicht exemplarisch für die industrielle
Tierhaltung sondern sind vielmehr Ausdruck einer kapitalistisch und
herrschaftsförmigen Gesellschaft und sollten aus diesen Kontext heraus
analysiert und bekämpft werden.

Seit einigen Jahren blähst vor allem dem Gefügelkonzern Rothkötter mit
seinem Schlachthof in Wietze (kleiner Ort bei Celle) und den dafür
benötigten Zulieferbetrieben Widerstand entgegen. In Wietze selber
gründete sich die größte Bürgerinitiative gegen Massentierhaltung in
Deutschland. An vielen Orten wo Mastanlagen für diese Schlachtfabrik
gebaut werden gründen sich ebenfalls Bürger_innentiativen um öffentlich
und juristisch gegen diese vorzugehen. Es kam zu mehreren Besetzungen,
welche meistens von unabhängigen Aktivist_innen durchgeführt wurden. Auch
Brandanschläge gegen Mastanlagen bei denen weder Menschen noch Tiere
verletzt wurden prägen den Widerstand.
Im Mai diesen Jahres machten sich mehrere unabhängige Aktivist_innen mit
Fahrrädern für 3 Wochen auf den Weg und errichteten an mehreren Orten wo
Zulieferbetriebe für die Schlachtfabrik in Betrieb genommen wurden oder
sich in Planung befanden, Camps. Die Camps dienten für Austausch von
Inhalten und waren Ausgangspunkt von einigen Aktionen. Höhepunkt der
„Critical Mast Aktionsfahrradtour“ war das Camp vom 22. bis 28. in Wietze.

Wem nützt die von oben konstruierte und durchgesetze Ordnung? Was hat der
Staat mit der Ausbeutung von Tieren und Menschen zu tun? Warum werden in
dem System in den wir leben Regenwälder gerodet, Menschen vertrieben,
Flüsse vergiftet und Tiere benutzt?

Karl C. wird diesen Prozess offensiv und politisch führen und versuchen
u.a.. diesen Fragen nachzugehen. (Auch wenn wir sie dort bestimmt nicht
abschließend klären werden) Ihr seit alle eingeladen euch an den Spektakel
zu beteiligen, kreativ viele Antworten zu finden und Neue Fragen in den
Raum zu werfen …


1 Quelle:
http://hartmutkiewert.files.wordpress.com/2010/02/ausdruck_teil1_fertig.pdf  
Veröffentlicht von stopvivisection am 12.01.13 und genehmigt von Administrator

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